Über die Ausstellung


Meer davon – meine Beweggründe

Anfang dieses Jahres habe ich, gemeinsam mit meiner Familie, in Portugal eine Auszeit genommen, um zu spüren, was wirklich wichtig ist und was das Alltagsleben so mit einem macht. Obwohl ich nie der typische „Meer-Mensch“ war – Quallen fand ich als Kind ganz furchtbar, sie haben mich oft mit ihren Nesseln verbrannt, und auch der Sand, der in jede noch so kleine Ritze kriecht, hat mich eher genervt – hat mich das Meer diesmal auf eine neue Weise berührt. Die Weite des Atlantik, die Kraft des Wassers und das ständige In-Bewegung-Sein der Wellen haben in mir die Sehnsucht nach mehr Raum für mich und meine Kunst geweckt. Diese Ausstellung ist für mich ein Schritt zurück zu mir selbst. Ich wollte wieder in die Wellen springen!


Der Oktopus – ein Begleiter

Der Oktopus spielt in meiner Arbeit eine besondere Rolle. Seine Beweglichkeit, seine Neugier und seine Fähigkeit, durch kleinste Öffnungen zu schlüpfen, faszinieren mich. In meinen Objekten taucht er aus Vasen auf, schlängelt sich aus Dosen oder hält Schalen – mal humorvoll, mal überraschend. Und trotzdem auch geheimnissvoll und ein bisschen gruselig. Für mich steht diese Tier für Kreativität, Anpassung und die Freiheit, Grenzen zu vermischen. Die Grenze zwischen Kunst und Gebrauch, die für mich in meiner Arbeit ein wichtiger Grundstein ist.


Die Quallen – Leichtigkeit und Licht

Auch die Quallen begleiten diese Ausstellung. Früher waren sie für mich eher Angst als Faszination. Ich wollte nicht ins Wasser sobald ich auch nur eine entdeckt hatte. Der Weg sollte ein anderer sein. In dem sehr zu empfehlenden Aquarium in Lissabon wurde meine Aufmerksamkeit für diese Tiere auf eine andere Weise geschärft. Denn im Meer bewegen sich die Quallen mit einer Leichtigkeit und Schönheit, die kaum zu übertreffen ist. Mein Schwarm aus Porzellanquallen ist deshalb nicht nur ein Objekt, der schön und leicht im Raum wirkt, sondern auch ein Klangspiel: Die feinen, hellen Töne der Porzellanscheiben erinnern mich an Sonnenstrahlen, die auf dem Meer glitzern.

(Inszenierung der Quallen erneut um 19:00 Uhr)


Ein Schritt zurück zu mir

So vereinen sich in dieser Ausstellung Meer, Erinnerung und Neuanfang – und meine Freude daran, wieder mein kreatives „Ich“ auszutoben.